Der R.SA-Lichtblick
Was ist wichtig im Leben? Was zählt in Krisen? Hier gibt's interessante Gedanken und gute Worte aus christlicher Perspektive. Startet inspiriert in den Tag - immer gegen 4.45 Uhr und 9.30 Uhr.
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Beim R.SA-Lichtblick begrüßt euch das R.SA-Kirchenteam: Daniel Heinze und Friederike Ursprung. Hier auf dieser Seite könnt ihr alle "Lichtblicke" der letzten Tage und weitere aktuelle Beiträge anhören. Noch viel mehr aus der Kirchenredaktion hört ihr - gemixt mit toller Popmusik zum Entspannen - jederzeit im R.SA-Hinhörkanal.
"Worte bewegen Welten" - das ist bis Sonntag das Motto der Leipziger Buchmesse.
Die Neugier auf gedruckte, gesprochene, auch gesungene Worte bewegt viele tausend Interessierte zum Messegelände oder an all die Orte von Lesungen, klar.
Und natürlich steckt hinter dem Motto mehr: Worte haben Kraft, Macht, Wirkung!
In genau neun Monaten ist der erste Weihnachtsfeiertag. In den Kirchen heißt der Tag "Verkündigung des Herrn" oder "Mariä Verkündigung" - denn da erfuhr das junge Mädchen Maria von einem Engel, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen wird! Ein großer Schock - und auch eine riesige Hoffnung!
Die Diakonie Sachsen kritisiert den neuen sächsischen Doppelhaushalt als unzureichend für soziale Gerechtigkeit. Zwar bleiben wichtige Programme wie die Schulsozialarbeit und die Jugendpauschale erhalten, doch versteckte Kürzungen und fehlende Investitionen belasten Träger und Betroffene, so Dietrich Bauer, der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Sachsen. Besonders in der Pflege, bei der Integration, der Selbsthilfe und der Teilhabe psychisch Erkrankter sieht die Diakonie großen Nachholbedarf. Vorstand Bauer warnt: Soziale Sicherheit dürfe kein Sparposten sein – sie stärke den Zusammenhalt und die Demokratie.
Um Versöhnung an deutschen Grenzen geht's am Samstag, 5. April, in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Chemnitz-Markersdorf. Pfarrer Günther Ihle berichtet von seiner Arbeit an der deutsch-französischen Grenze, Pfarrer Richard Vlasák aus Rumburk erzählt von grenzüberschreitender Versöhnung in Tschechien – auch mit Roma-Gemeinschaften. Die Berichte sollen zeigen, wie die Begegnungen zwischen Menschen Vorurteile abbauen und Verletzungen heilen können. Veranstaltet wird der Nachmittag vom Gustav-Adolf-Werk, das weltweit evangelische Gemeinden unterstützt, die in der Minderheit leben.
Martina Breyer aus Trebsen bleibt Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen. Die Vertreterin der Pfarrei St. Franziskus Wurzen wurde auf der Frühjahrsvollversammlung des Gremiums für eine dritte Amtszeit gewählt. Auch der Vorstand des Rates wurde teils neu besetzt. Der Katholikenrat repräsentiert das katholische Kirchenvolk in Sachsen und Ostthüringen - im Bistum Dresden-Meißen gehören 130.000 Menschen zur katholischen Kirche.
Die Kirchen-News beim R.SA-Lichtblick - jeden Freitag neu.
Wir stellen Euch drei aktuelle und preisgekrönte Kinder- und Jugendbücher vor: "Himmelwärts" der Hamburger Autorin Karen Köhler mit Illustrationen von Bea Davies, "Die Bibliothek der verborgenen Erinnerungen" von Kekla Magoon und das Bilderbuch "Tomke gräbt" von Lena Hach mit Illustrationen von Julia Dürr.
Die evangelische Fastenaktion "Sieben Wochen ohne" regt in diesen Wochen vor Ostern an zum "Luft holen - sieben Wochen ohne Panik"!
Wie geht das, nicht in Panik zu verfallen, wenn bei manchen Nachrichten fast die Luft weg bleibt? "Mut-Coach" Mut-Coach" Keren Pickard gibt Tipps.
Vor 500 Jahren protestierten Bauern für Freiheit und Gerechtigkeit, gegen Willkür und Unterdrückung durch die Feudalherren. Dafür beriefen sie sich auf Glauben und Bibel, ermutigt durch die Reformation. In 12 Artikeln forderten sie das Ende der Leibeigenschaft, Mitbestimmung und Gerechtigkeit bei der Verteilung von Gütern und Erträgen.
Die Aufstände wurde niedergeschlagen - die 12 Artikel sehen manche als frühe Menschenrechts-Erklärung.
Wenn ihr jetzt vor Ostern in eine katholische Kirche in Sachsen reingeht, sind das Kreuz im Altarraum oder andere Bilder von Jesus gerade verhüllt - eine alte Tradition in der Fastenzeit. Vielerorts seht ihr stattdessen das Hungertuch des Hilfswerks Misereor. "Liebe sei Tat - gemeinsam träumen" heißt es; gemalt hat es die Künstlerin Konstanze Trommer aus Erfurt.
Wie oft schaut ihr am Tag so auf euer Handy? Inzwischen können wir ja wirklich alles damit machen: Filme schauen, chatten, einkaufen, .... In vielen Familien ist das Handy aber auch Streitthema,
Verena Hubel gibt über die katholische Kirche sogenannte Kess-erziehen-Kurse - auch zur Handynutzung. In Sachsen findet Ihr solche Kurse zum Beispiel in Radebeul, Dresden, Leipzig und Bautzen.
Mit dem Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen. die vierzig Tage vor Ostern dienen der Erinnerung an Leiden und Tod von Jesus, und der Besinnung auf das, was besonders wichtig ist in Leben und Glauben. Die wichtigsten Begriffe findet ihr hier,
A wie Abendmahl
Die Bibel berichtet vom letzten gemeinsamen Essen, das Jesus zusammen mit seinen zwölf engsten Jüngern einnahm. Wahrscheinlich war es das traditionelle jüdische Festmahl zum Beginn des Passahfestes. Am Ende tat Jesus etwas, was nicht zur Tradition passte: Er teilte Brot und Wein mit seinen Jüngern und sagte: Esst und trinkt das - als meinen Körper, als mein Blut! Also: nehmt mich in euch auf, hieß das etwa.
Das gemeinsame Abendmahl mit Brot und Wein als Leib und Blut Christi ist bis heute zentraler Bestandteil des christlichen Glaubens.
A wie - Abnehmen???
Die Fastenzeit ist mehr als eine Wellnesskur. Es geht nicht vorrangig ums Abnehmen: wenn die Pfunde purzeln, weil man sich gesünder ernährt, auf Süßes oder Alkohol verzichtet, dann ist das ein netter Nebeneffekt - die vierzig Tage vor Ostern sind aber keine Erfindung von Frauenzeitschriften oder Diätgurus. Es gibt viele Wege, um in der Fastenzeit auf Dinge zu verzichten, die einem sonst lieb und teuer sind. Das Aha-Erlebnis: Oh, es geht ja auch ohne - Und manchmal geht's mir dabei sogar besser als vorher!
A wie Aschermittwoch
Der Aschermittwoch als Start der Fastenzeit ist durch Kalender-Mathematik entstanden: Von Ostern aus vierzig Tage zurück gerechnet.
Vierzig Tage deshalb, weil die Bibel erzählt, wie auch Jesus vierzig Tage lang fastete und Versuchungen widerstand, bevor er seinen Weg als Prediger und Heiler antrat.
Nun geben aber vierzig Tage doch gar keine sieben Wochen! Und vierzig Tage nach Aschermittwoch ist auch noch nicht Ostern!
Doch: wenn man die Sonntage nicht mitzählt! Der Sonntag als Tag Gottes soll selbst in der Fastenzeit ein freudiger Tag sein.
A wie Atempause
Beim Fasten geht es auch ums Durchatmen, ums Zur-Besinnung-Kommen. Das ganze Jahr über jagt ein Termin den nächsten, immer steht man unter Strom, immer ist irgendetwas wirklich wichtig und nahezu unaufschiebbar. Genau dieser Hektik könnt Ihr in der Fastenzeit entfliehen - in dem Ihr auch Freiräume für Atempausen schafft.
Und manchmal entstehen sie durch den Verzicht auf Gewohntes: die Atempausen im wahrsten Sinne des Wortes: zum Luftholen, Durchatmen, auch mal nichts tun.
Atem steht 2025 auch im Mittelpunkt der evangelischen Fastenaktion "Luft holen! Sieben Wochen ohne Panik".
A wie Auferstehung
Damit hatte niemand gerechnet, nicht einmal die engsten Anhänger von Jesus: Am dritten Tag nach seiner Kreuzigung, als sie immer noch völlig schockiert über dieses Ende waren, da sagten einige, sie hätten ihn gesehen!
Im Grab lag er nicht mehr. Am Abend trafen zwei seiner Anhänger bei einer Wanderung einen Mann, der mit ihnen über Jesus und ihre Trauer sprach. und irgendwann erkannten sie: Das ist Jesus, er lebt! - auch das war ein Schock!
Auch dem Apostel Paulus ist der gekreuzigte und lebendige Jesus erschienen. Das steht zwar weiter hinten in der Bibel als die Erzählungen vom leeren Grab, ist aber wahrscheinlich einige Jahrzehnte früher aufgeschrieben worden.
B wie bewusst
"Bewusster Leben", das könnte eine Übersetzung des Wortes Fastenzeit sein. Ja, auf etwas verzichten oder einen liebgewordenen Luxus einzuschränken, das ist die eine Seite der Fastenzeit. Auf der anderen Seite gehört es auch dazu, das, was man tut, bewusst zu tun. Wenn ich esse, esse ich. Wenn ich spazieren gehe, dann gehe ich spazieren. Und telefoniere nicht nebenbei oder so. Wenn ich meine Oma besuche, dann lasse ich mich darauf ein, und überlege nicht schon dabei, was ich danach alles tun werde. Sich bewusst auf das eigene Leben, die Mitmenschen und auch auf Gott einzustellen, das ist der Sinn der Fastenzeit.
C Wie CO2
Manche Menschen nutzen die Fastenzeit, um ihren kleinen Beitrag gegen die Umwelt- und Klimakrise zu leisten. Sie wollen zeigen, wo sich schädliches CO2 und andere Treibhausgase einsparen lassen - zum Beispiel indem sie öfter das Auto stehen lassen, stattdessen Bahn, Bus, Fahrrad nutzen, auch mal zu Fuß gehen oder Fahrgemeinschaften bilden. Anregungen dazu - ob bei Ernährung, Mobilität, Energie oder auch bei Finanzen und politischem Engagement - bietet die Aktion "Klimafasten" - in diesem Jahr unter dem Motto "Soviel du brauchst".
D wie Durchhalten
Fasten ist heute keine strenge Vorschrift mehr; wer es tut, tut es freiwillig. In manchen Gemeinden treffen sich Fastengruppen, oder fastende Menschen tauschen sich im Internet aus. Auch mit Kalendern oder E-Mails unterstützen kirchliche Projekte die Menschen beim Fasten. Und vor allem ist das Ziel ja nicht, dass es einem schlechter geht - sondern zu erkennen: Wenn ich in meinem Leben etwas verändere, öffnet das den Blick für neue Möglichkeiten!
E wie Eier
Eier gelten nicht nur im Christentum als Symbol des Lebens. Sie passen gut zur Osterbotschaft von der Auferstehung: Neues Leben durchbricht die scheinbar leblose, harte Schale!
Bemalte Eier kannten schon die alten Ägypter - in der christlichen Tradition waren sie ursprünglich rot. Rot wie Blut, aber auch wie Leben.
E wie Erfahrung
Kaum einer sagt nach der Fastenzeit, wiiie schrecklich die vierzig Tage bis Ostern waren! Ganz im Gegenteil - die Erfahrung des Fastens möchten nur wenige missen. Es tut gut zu merken, dass es auch mal "ohne" geht. Dass man nicht jedem Trend, jedem Zwang, jeder Schlagzeile nachgehen muss. Und dass ein freierer Kopf auch gleich viel offener macht für die Menschen um sich herum. Solche Wellness-Erfahrungen lassen sich gerade in der Fastenzeit machen - und am besten ist es natürlich, sie nach Ostern fortzusetzen!
E wie Esel
Einen Esel lieh sich Jesus aus und ritt auf seinem Rücken in die Stadt Jerusalem. Seine wunderbaren Taten und seine Botschaft hatten sich in Israel herumgesprochen; und dass er jetzt auf einem Esel saß, erinnerte an alte biblische Worte: Auf einem Esel sollte der lang erwartete Friedenskönig reiten, verhieß der Prophet Sacharja: auf dem vertrauten alltäglichen Arbeitstier, nicht auf einem prunkvollen Streitross. Vielleicht dachten sie auch an die Geschichte von Bileam. Dem hatte sein Esel klar gemacht, dass er Frieden bringen sollte statt Krieg.
F wie Fastentuch
In der Zeit vor Ostern sind in vielen katholischen Kirchen Kreuz und andere Jesus-Darstellungen im Altarraum verhüllt. Stattdessen hängt dort oft ein Tuch - eine Art "Fasten für die Augen" mit Tradition seit dem Mittelalter. Diese Fastentücher sind mehr als schlichte Laken: Oft zeigen sie Bilder zum Nachdenken und Meditieren. Bekanntestes Beispiel in Sachsen sind die beiden Zittauer Fastentücher. Das große von 1472 erzählt in 90 Bildern auf über 50 Quadratmetern die Geschichte Gottes mit den Menschen.
Die Tradition nimmt das Hilfswerk Misereor alle zwei Jahre mit einem neuen “Hungertuch” auf: große Bilder, die zum Nachdenken über Gott und die Welt einladen und besonders auf das Thema Hunger und Armut hinweisen - denn Fasten soll immer auch zur Gerechtigkeit beitragen.
F wie Fernsehen
Ja, es gibt Menschen, die schauen von Aschermittwoch bis Karsamstag ganz bewusst kein oder nur wenig fernsehen - gilt natürlich auch für Netflix & Co. Vierzig Tage ohne Serien-Bingen, Boulevardmagazine oder Polit-Talkshows? Für echte Bildschirmjunkies mag das nach einer großen Herausforderung klingen. Die, die wirklich Fernseh-fasten, sind von dem Effekt aber begeistert: sie haben viel mehr Zeit - für sich, für Familie und Freunde.
F wie Fisch und Fleisch
Früher gab es strenge Regeln, was Christen in der Fastenzeit essen durften und was nicht. Fleisch war auf jeden Fall tabu, oft auch Eier und Milch, dafür gab's umso mehr Fisch.
Damit die Menschen bei Kräften blieben, tranken sie in der Fastenzeit oft extra starkes Bier. Heute dagegen lassen viele Menschen in der Fastenzeit den Alkohol bewusst weg.
F wie Fußwaschung
Aus einer Begebenheit in der biblischen Passionsgeschichte ist eine Tradition geworden, der selbst der Papst bis heute jedes Jahr am Gründonnerstag folgt. Als Jesus und seine Jünger zusammen kommen, um ihr feierliches Abendmahl zu feiern, da wäscht Jesus seinen Jüngern die Füße. So wurden Gäste oft begrüßt - tat ja auch gut nach dem Weg über staubige Wege in Sandalen. Normalerweise war das eine Aufgabe für Sklaven - nicht für den Chef! protestierte sein Jünger Petrus.
Doch, sagte Jesus. Und wenn ich als euer Meister schon diene, dann seid Ihr Jünger - und überhaupt Ihr Menschen - auch füreinander da!
G wie gemeinsam
Gemeinsam eine Sache anzugehen, macht vieles leichter - auch in der Fastenzeit. Alleine auf etwas verzichten, das ist meist kein Problem. Aber noch leichter fällt es, wenn jemand einen motiviert und mitmacht. Gemeinsames Fasten muss nicht nur Verzicht bedeuten - vielleicht gehen Sie auch zusammen joggen, oder nehmen sich mehr gemeinsame Zeit als sonst für die Kinder. Die evangelische Fastenaktion "7 Wochen ohne" unterstützt Fastende deshalb auch mit mit Fastengruppen in Gemeinden und wöchentliche Fastenmails.
G wie Gerechtigkeit
Schon immer haben Menschen gefastet, um damit Gott näher zu kommen. Und schon vor 2.800 Jahren hat es der Prophet Jesaja kritisiert, wenn sie das einfach als fromme Show vollführten: Was erwartet ihr eigentlich von Gott, wenn ihr in Sack und Asche und mit hängendem Kopf rumlauft, und dabei doch alles macht wie sonst auch: wenn ihr Geschäfte macht und zankt und Menschen bedrückt?
Sollte ich das etwa gut finden? so gab Jesaja Gottes Botschaft weiter. Nein - richtiges Fasten geht anders: Lass die zu Unrecht Unterdrückten frei, teil den Brot mit den Hungernden, gib den Armen Obdach und den Nackten Kleidung - dann wird es dem Land und den Menschen gut gehen!
G wie Gethsemane und Golgatha
Gethsemane hieß ein Garten außerhalb von Jerusalem. Nach dem gemeinsamen Abendmahl verbrachten Jesus und seine Jünger dort die Nacht zum Karfreitag.
Die Jünger schliefen ein und ließen Jesus allein mit seiner Angst vor dem, was ihm offenbar unweigerlich drohte. Hier in Gethsemane wurde Jesus auch verhaftet.
Nach der Verurteilung am nächsten Morgen ging es dann an einen anderen Ort vor den Mauern Jerusalems: Golgatha bedeutet "Schädelstätte". Hier wurden zum Tode Verurteilte hingerichtet.
H wie Hosianna
Das war der Jubelruf der Menschen in Jerusalem, als sie Jesus auf seinem Esel kommen sahen und ihn wie einen König begrüßten. Übersetzt heißt das hebräische Wort „hoschiana“: Herr, hilf doch! Sprachlich ist es verwandt mit dem Namen Jesus oder hebräisch Jehoshua: Gott hilft - bedeutet das.
I wie Internet
Auch aufs Internet verzichten manche in der Fastenzeit, weil sie glauben, im Alltag viel zu viel Zeit etwa mit Schmink-, Bastel- oder Sensations-Videos zu verbringen.
Andere wiederum nutzen das Netz ganz bewusst zum Fasten. Denn auf Websites und Social Media-Kanälen wimmelt es von Angeboten zur Fastenzeit. Die Kirchen begleiten ihre Fastenaktionen online - mit Angeboten für Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen. mit Ermutigung und Denkanstößen, zum Beispiel bei der evangelischen Fastenaktion "Luft holen! Sieben Wochen ohne Panik".
J wie Jerusalem
Seit damals ungefähr tausend Jahren, seit der Zeit König Davids, war Jerusalem die Hauptstadt Israels - und galt als heilige Stadt. Hier stand der prächtige Tempel Gottes. Für Juden war es wichtig, besonders das Passahfest in Jerusalem zu feiern. Mit diesem Fest im Frühling erinnern sie bis heute daran, wie Gott und sein Prophet Mose die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei befreit hatten. Als Jesus mit den Jüngern nach Jerusalem kam, stand das Passahfest gerade bevor.
J wie Judas
Dass jüdische Tempelpolizei und römische Soldaten Jesus unauffällig festnehmen konnten, verdankten sie seinem Jünger Judas Iskariot: Gegen Bezahlung führte er sie zum Garten Gethsemane. Sein Verrat gilt vielen als teuflisches Verbrechen - was er genau damit bezweckt hat, versucht die theologische Forschung bis heute zu verstehen.
Doch Judas ist auch der einzige von allen, die am Tod Jesu beteiligt waren, der hinterher offen sagte: Ich bereue es, dass ich zum Todesurteil gegen einen unschuldigen Menschen beigetragen habe.
J wie Jugendfastenopfer
Junge Menschen im Bistum Dresden-Meißen sammeln Jahr für Jahr ein Jugend-Fastenopfer - und stimmen online ab, wofür ihre Spenden verwendet werden sollen. In diesem Jahr kommt es einem Projekt in Norwegen zugute - In der katholischen Gemeinde Levanger soll ein gemütlicher Jugendraum entstehen, in dem sie sich junge Leute begegnen und ihre Gemeinschaft stärken können. Im Sommer fährt eine Gruppe aus Sachsen dorthin und übergibt die gesammelten Spenden.
K wie Kasteiung
Früher fügten sich manche Menschen selbst Schmerzen zu, um Buße zu tun. Es war ein freiwilliger Akt der Wiedergutmachung. Man spricht auch von der „Abtötung des Fleisches“.
K wie Kreuz
Im römischen Reich war die Hinrichtung am Kreuz keine Seltenheit. Es war die Strafe für Aufrührer und Staatsfeinde - die ultimative Demütigung und auch eine furchtbare Qual, bis der Delinquent nach Stunden, manchmal Tagen, starb.
Gekreuzigt wurden nur Menschen aus den besetzten Völkern, keine Römer.
M wie Maria
So hießen mehrere Frauen in den biblischen Ostergeschichten. Da war auf jeden Fall Maria Magdalena, die zu Jesus ein besonders vertrautes Verhältnis hatte, außerdem mindestens eine andere Maria, vermutlich auch die Mutter von Jesus.
Nach dem Sabbat, dem jüdischen Ruhetag am Samstag, kamen sie früh morgens zum Grab, um ihren toten Freund zumindest würdig zurechtzumachen. Doch dort fanden sie das Grab leer: und es erschienen ihnen Engel - in der Erzählung des Evangelisten Johannes ist es sogar Jesus selbst - mit der Botschaft: Ihr braucht nicht um einen Toten zu trauern: Jesus lebt!
M wie Miesepeter?
Schon Jesus kannte Leute, die beim Fasten ihre Leidensmiene und schlechte Laune wie ein Aushängeschild vor sich her trugen - damit alle Welt auch ja mitkriegte, was für Entbehrungen sie auf sich nahmen! Das ist Unsinn, sagte Jesus. Fasten ist keine fromme Angeberei, sondern eine Sache zwischen dir und Gott. Und wenn du nahe zu Gott kommst - dann freu dich doch!
N wie Namen
Die sechs Sonntage der Fasten- oder Passionszeit tragen allesamt lateinische Namen: Invocavit, Reminiscere, Oculi, Laetare, Judica, Palmarum. Es ist jeweils das erste Wort des Eröffnungsverses in der Heiligen Messe oder im Gottesdienst des Tages, meist aus einem Psalm oder Prophetenbuch der Bibel. Dieser Vers setzt das Thema des Gottesdienstes. Mit dem Namen "Laetare - freue dich, Jerusalem!" setzt der vierte Passionssonntag schon ein hoffnungsvolles Zeichen in der eher traurigen Zeit: als Vorfreude auf Ostern! Für diesen Tag wechselt die liturgische Farbe in den Kirchen von dunklem Violett zu Rosa!
Und übrigens: Die Sonntage sind traditionell vom Fasten ausgenommen!
N wie Nächstenliebe
Fasten bedeutet: sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist, und dafür auf Überflüssiges verzichten. Oder auch: Vom Überfluss abgeben, mit denen teilen, die es dringend brauchen. Nicht nur nach dem Motto: Bitte schön - du kriegst das, was ich übrig lasse, sondern zum wesentlichen gehört es eben, darauf zu achten, dass niemand zu kurz kommt.
O wie Osternacht
Viele Gemeinden fangen schon in der Nacht zum Ostersonntag mit Feiern an. Erst eine Osterkerze, dann immer mehr, erhellen die dunkle Kirche: Nach Tod und Trauer leuchtet neue Hoffnung - Jesus hat sich selbst als Licht der Welt bezeichnet.
Zur Osternacht gehört oft auch eine Tauffeier. Ein neuer Anfang an dem Fest, das neues Leben feiert. Und beim Rauskommen aus der Kirche bricht dann auch draußen der helle Tag an!
O wie Osteuropa
"Hoffnung für Osteuropa" heißt eine Aktion der diakonischen Werke vieler evangelischer Landeskirchen in jeder Fastenzeit. Sie sammeln für Projekte, die notleidende Menschen dort unterstützen. In diesem Jahr läuft die Aktion zum 30. Mal. Spenden und Kirchenkollekten kommen diesmal einem Projekt der Rumänienhilfe Leipzig zugute. Im Nordosten des Landes will sie mit einen rumänischen Partnerverein ein Ausbildungsprojekt für Jugendliche in drei Berufen starten.
P wie Palmen/Palmsonntag
Mit grünen Zweigen, zum Beispiel von Palmen, begrüßte die Hosianna-rufende Menge Jesus, als er nach Jerusalem ritt. Palmen galten schon immer als Friedenssymbol. Palmsonntag heißt bis heute der Sonntag vor Ostern. Er erinnert daran, wie Palmen, Esel, Hosianna zeigten, welche Hoffnung die Menschen mit Jesus verbanden.
Andere aber fanden das gefährlich und überlegten, wie sie Jesus loswerden konnten.
P wie Pilatus
Pontius Pilatus war von 26 bis 36 n. Chr. römischer Statthalter in Judäa, vertrat also die Interessen des Kaisers.
Mit dem gefangenen Jesus wusste er nichts anzufangen - er fand nichts, was der Schlimmes getan haben solle! Aber letztlich beugte er sich den aufgewiegelten Menschenmassen - und verurteilte Jesus in einem unfairen Gerichtsprozess zum Tode.
Was man Jesus vorwarf? Er maßte sich an, der Sohn Gottes zu sein. Auch seine revolutionären Predigten waren für die Schriftgelehrten ein Skandal.
S wie Sonntag
Die sechs Sonntage zwischen Aschermittwoch und Ostern (jeder mit eigenem Namen) sind vom Fasten ausgenommen. Denn eigentlich ist jeder Sonntag ein kleines Osterfest: Es war ein Sonntagmorgen, der Tag nach dem jüdischen Ruhetag am Sabbat, als die Frauen am Grab von Jesus die unglaubliche Botschaft mitbekamen: Er ist auferstanden, er lebt!
Die ersten Christen haben die Auferstehung auch an jedem Sonntag gefeiert; und im kirchlichen Kalender eröffnet immer der Sonntag die neue Woche.
Der Sonntag als Tag Gottes soll also ein freudiger Tag sein - selbst in der Fastenzeit.
S wie Sterben
Immer am Karfreitagnachmittag um 15 Uhr denken Christen an die Sterbestunde Jesu - daran, wie er qualvoll am Kreuz starb, einem miesen Kriminellen gleich. Und daran, dass für seine Freunde und Anhänger alles zu Ende schien - ihr großes Vorbild, Ihr Jesus, war gestorben.
Karfreitag ist aber ohne den Ostersonntag inzwischen undenkbar. Da feiern die Christen die Auferstehung von Jesus, den Sieg des Lebens über Tod und Sterben!
T wie Termin
Eigentlich ist jeder Sonntag ein kleines Osterfest: Es war ein Sonntagmorgen, der Tag nach dem jüdischen Ruhetag am Sabbat, als die Frauen am Grab die unglaubliche Botschaft mitbekamen, dass Jesus auferstanden ist.
Ob das jährliche Ostern nun auf Ende März fällt, oder weit in den April - das liegt am Mond: Ostersonntag ist der Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling - In diesem Jahr am 20. April.
Und weil ein Feiertag gar reicht, um die Freude über die Auferstehung zu feiern, folgt noch der Ostermontag - und bis Pfingsten zählt die "österliche Freudenzeit"!
U wie Umkehr
Die Fastenzeit gilt auch als Bußzeit: Sie dient der Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist, was auch besser laufen könnte: Im eigenen Leben, in Beziehungen zu anderen - und für Christen nicht zuletzt im eigenen Glauben.
Denn die Fastenzeit ist auch die Erinnerung daran, wie Jesus gekreuzigt wurde, was das bis heute zu bedeuten hat - und wie er an Ostern den Tod überwunden hat.
V wie Verzicht:
Fasten kann heißen: Nichts oder weniger essen. Oder bestimmte Dinge nicht essen.
Auch: Zigaretten und Alkohol wegzulassen - oder andere Angewohnheiten, die Sie nur schwer lassen können, auch wenn Sie wissen, dass sie nicht gut sind: für jeden noch so kurzen Weg Auto fahren etwa, ohne Ende im Internet scrollen, maßlos konsumieren, sich den Kalender bis zum Anschlag vollpacken.
Der Sinn ist nicht Selbstkasteiung, sondern Kopf und Seele neu freizukriegen!
W wie Willenskraft
Oft ist die Fastenzeit eine Bewährungsprobe für die eigene Willenskraft: halte ich durch, auch wo es gerade mal unbequem wird? Da hilft es, sich klar zu machen: Fasten soll einen Sinn haben, für mich und andere: Ballast oder schädliche Gewohnheiten loswerden, den Kopf frei kriegen fürs Wesentliche, zu mehr Gerechtigkeit beitragen. Und dann fällt der Durchhalte-Wille meist gar nicht mehr so schwer ...
W wie Würde
Viele Hilfswerke starten in der Fastenzeit spezielle Spendenkampagnen. Die diesjährige Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor steht unter dem Motto: "Auf die Würde. Fertig. Los!- Weltweit wird die Menschenwürde immer wieder verletzt. Misereor setzt sich zum Beispiel mit einem Partnerprojekt für Teepflückerinnen in Sri Lanka und ihre Chancen auf ein würdiges Leben ein.
X wie Christus
Ja, tatsächlich: im Griechischen schreibt sich Christus oder Chrystos am Anfang mit dem Buchstaben Chi, der unserem X ähnelt. Das Wort bedeutet "der Gesalbte", genau wie das hebräische Wort Messias - der ersehnte göttliche Erlöser! Die Salbung war ein Zeichen: Diesen Menschen hat Gott zum König auserwählt! Im Dorf Bethanien bei Jerusalem salbte eine Frau Jesus mit kostbarem, duftendem Öl, wenige Tage vor seinem Tod. Seine Jünger fanden das übertrieben. Später interpretierten Christen diese Geschichte so, dass sie Jesus eben zum Gesalbten, zum "Christus" gemacht hatte.
Z wie Zeit nehmen
Auch das kann Fasten sein: sich in der Zeit vor Ostern Zeit zu nehmen für Dinge, die sonst im Alltag viel zu kurz kommen. Der Besuch bei Oma im Seniorenheim, die Zeit zum Spielen mit den Kindern, oder auch fürs Glaubensleben. Dazu gibt es zum Beispiel "Exerzitien" - also Kurse mit Glaubens-Übungen.
Es kann auch heißen, mal über eine ehrenamtliche Tätigkeit zu übernehmen - schließlich wollten Sie schon immer mal was für andere tun.
Und tatsächlich: ohne Auto, oder Fernseher oder Internet finden viele tatsächlich genau diese Zeit, die ihnen sonst, außerhalb der Fasterei, zu fehlen scheint ...